Vom Fallschirmspringen, Skydiven und Tandemsprung

Blauer Himmel und der Rausch der Geschwindigkeit. Fallschirmspringen ist ein Extremsport der aktuellen Generation. Hochwertige Materialien, sichere Ausbildung und der Ausgleich zum Alltag machen Fallschirmspringen als Sport vor allem für Büroarbeiter interessant. Der freie Fall ist der Reiz beim Fallschirmspringen. Doch dieser Reiz verfliegt irgendwann. Zwar sinkt das Adrenalin beim Exit aus dem Flugzeug nicht, aber man geht besser damit um. Bei jedem Lizenzspringer kommt dieser Punkt irgendwann. Manchmal nach 20, manchmal erst nach 50 Sprüngen. Ist die Angst überwunden, gilt es sich zu spezialisieren.

Wettbewerbsdisziplinen
Die Disziplinen Freefly, Freestyle, Relative Work (RW) und head down, das Fliegen mit dem Kopf nach unten machen den Sport aus. Der Umgang mit der ständigen Fallbeschleunigung und den auftretenden Kräften erfordert Körperbeherrschung. Es benötigt viele Sprünge, um eine der Disziplinen perfekt zu beherrschen. Relative Work ist die Grundlage bei jeder Ausbildung. Ein Lizenzspringer sollte beim Erhalt der Lizenz in der Lage sein, die Höhe mit einem relativ zu ihm liegenden anderen Springer zu halten. Leveln heißt das. Ist man auf gleicher Höhe, kann man heranfliegen und durch Kontakt an den Armen kleine und große Formationen Bilden. Daraus entwickeln sich Wettkämpfe, bei denen die maximale Anzahl an Figuren innerhalb einer Formation geflogen werden muss. Diese Formationen gibt es auch beim head down Springen. Hier treten bedeutend höhere Geschwindigkeiten auf, als bei der normalen Relationsarbeit. Bis über 300 km/h können Springer schnell werden.

Dropzones
Die dropzones beim Fallschirmspringen lassen weitere Disziplinen des Sports zu. Gewöhnlich Springen Skydiver über einem Flugplatzgelände ab und landen auf diesem Bereich. Beim Zielspringen geht es darum, den Fallschirm so zu lenken, das er auf einer Zielsprungmatte landet. Mit der Ferse geht es hier um Zentimeter. Je näher ein Springer dem Punkt in der Matte kommt, desto mehr Chancen hat er auf den Sieg. Zielspringen ist eine alte Disziplin und wird mit niedrigen Absprüngen aus etwa 1500 Metern eingeleitet. Die Springer stabilisieren sich, öffnen den Schirm und kommen mit der Schirmfahrt ihrem Ziel möglichst nahe.

Eine andere Art zu landen ist das Swooping. Kleine Schirme haben ein extremes Steuerverhalten und können nur mit einer schnellen Landekurve gelandet werden, um die optimalen Flugeigenschaften zu erhalten. Diese Landekurve erzeugt Geschwindigkeiten von teilweise weit über 190 km/h und endet in einer langen Landung, bei der ein Springer mit seinen Steuerleinen sanft auf dem Boden aufsetzen kann, wenn es ihm gelingt, den Schirm auf null zu bremsen. Fliegt man die Kurve aus, kann man durch die hohe Geschwindigkeit Wasser berühren und über ihm gleiten. Swooping nutzt Parcours auf dem Wasser und misst die maximale Gleitzeit, die ein Springer schafft, während er das Wasser mit dem Fuß berührt. Auch daraus haben sich Wettkämpfe entwickelt.

Tandemsprung verschenken – eine geile Sache

Die Disziplinen des Fallschirmsports sind beeindruckend. Für ein tolles Erlebnis und auch für den Einstieg in den Sport lohnt sich ein Tandemsprung. Der Sprung erfolgt normalerweise aus 3000 – 4000 Metern Höhe und lässt den Tandempassagier die Schönheit des freien Falls erleben. Tandemspringen ist Freiheit und Lebensgefühl und für viele der erste Vorgeschmack einer Karriere als Springer. Angeschnallt an einen Tandemmaster geht es in die Lüfte. Neben einer fundierten Einweisung bekommen Tandemgäste einen kompletten Sprung vom Einstieg über den Flug bis zur Landung geboten. Oft kann man auch selbst einmal den Schirm lenken. Ausprobieren lohnt sich also.